Hörakustik Gehalt

Interview zum Thema Gehalt in der Hörakustik

Interview zum Thema Hörakustik Gehalt mit André Lipka. Er ist Unternehmer und Gründer der Lipka Personalgewinnung GmbH, Betreiber von www.hoerakustikerjobs.de. André Lipka vermittelt seit 10 Jahren Stellen in der Hörakustik.

In dieser Zeit hat er mit vielen Unternehmern im Bereich Hörakustik und mit vielen Bewerbern über das Thema Hörakustik Gehalt gesprochen – und auch viele Verhandlungen geführt. Dadurch hat André Lipka in diesem Bereich viel Wissen und Erfahrung. Nachfolgend findet ihr eine Auswahl von Fragen und seine Antworten.

Frage: Viele wollen wissen:  Gibt es ein gerechtes Hörakustik Gehalt und wie sieht dieses Gehalt aus?

André Lipka: Diese Frage ist sehr interessant. Die Antwort hängt immer von der eigenen Erwartungshaltung ab und davon ob diese einem Arbeitgeber oder Arbeitnehmer gestellt wird. Generell ist eine Lohngerechtigkeit nicht hundertprozentig erreichbar. Es gibt bei einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer immer eine Mindestvorstellung und eine Maximalvorstellung. Ein faires Hörakustik Gehalt liegt in der Schnittmenge beider Vertragsparteien.
Sonst wird eine Partei immer das Gefühl haben, zu viel zu bezahlen oder viel zu wenig zu verdienen. Diese Annäherung ist im Prinzip die Schwierigkeit in der Gehaltsverhandlung. Das Ergebnis hängt dann auch von der Verhandlungsstärke und Erfahrung der verhandelnden Personen ab.

Frage: Du gibst auf Eurer Webseite Auskunft über Gehaltsrahmen in der Hörakustik, für unterschiedliche Regionen und Beschäftigungsdauern. Wie valide sind die Zahlen?

André Lipka: Eine oft gestellte Frage und die Zahlen werden auch kritisch betrachtet. Sowohl von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Unsere Kunden verfügen insgesamt weit über 30 Prozent aller Hörakustikfachgeschäfte in Deutschland. Dazu muss ich ergänzen, dass sie in der Regel Einzelgeschäfte bis hin zu mittelständischen Unternehmensstrukturen betreiben.
Über den Dialog bekommen wir selbstverständlich Einblick in das Gehaltsgefüge und in die Gehaltsrahmen, welche für offene Stellen zur Verfügung stehen.
Weiterhin führen wir in jedem Jahr eine Vielzahl von Bewerbergesprächen, in denen wir über das aktuelle Gehalt, die Wunschvorstellungen und Gehaltsentwicklungen informiert werden. Zusätzlich sprechen wir permanent mit einer Vielzahl von Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Branche, welche nicht unbedingt unsere Kunden sind, aber über den Austausch von Gehaltsdaten sehr dankbar sind. Im Ergebnis haben wir diese  Daten haben wir über die Jahre zusammengetragen und daraus Gehaltsrahmen entwickelt, in denen Hörakustiker-Gesellen und Hörakustik-Meister liegen.

Frage: Die oben beantwortete Frage wird oft in Kombination mit dieser gestellt: Wie setzten sich die Gehälter zusammen?

André Lipka: Es gibt zum Grund- bzw. Fixgehalt eine Vielzahl von möglichen Leistungsanreizen, welche von Arbeitgebern genutzt werden. Das können u. A. ein Bonussystem bei Erreichung von gewissen Stückzahlen in unterschiedlichen Preissegmenten, eine Provision auf Verkaufserlöse bzw. „Gewinn“, eine Staffelungsprovision bei Erreichung von vorgegebenen Umsatzstufen, ein Teambonus bei Erreichung von gemeinsamen Zielen, Weiterbildungsgutscheine oder ein Firmenfahrzeug sein.
Tendenziell besteht die Vergütung fast immer aus 80 bis 90 Prozent Fixgehalt plus eben diesen Anreizsystemen im Rahmen von 10 bis 20 Prozent des Einkommens.

Frage: Unsere Meinung ist oft von Kunden und Bewerber gleichermaßen zu den Anreizsystemen gefragt: Sind Leistungsanreize sinnvoll, welche gibt es und wie findest Du diese?

André Lipka: Hier kann ich nur meine persönliche Meinung wiedergeben und mein Gefühl für das Werkzeug der Leistungsanreize.

Wenn ein Bonus ein Bonus ist, soll heißen nicht zur Deckung der laufenden Lebenshaltungskosten dient, sondern sich der Arbeitnehmer damit etwas Besonderes erlauben kann, finde ich es persönlich sinnvoll. Das ist aber auch sehr davon abhängig, wie der Lebensstil des Arbeitnehmers im Allgemeinen ist.

Nach meiner Erfahrung ist ein Bonus immer gut, wenn der Arbeitnehmer nicht damit rechnet, sondern der Arbeitgeber diesen Bonus zahlt, mit dem Hinweis der besonderen Zufriedenheit mit dem Arbeitnehmer. Das beugt zum einen der dauerhaften Ausgabenkalkulation des Arbeitnehmers vor und zum anderen erzeugt es einen zusätzlichen positiven Impuls.

Ein Fan von Incentives wie Urlaubsgutscheinen, Tablets oder Sonstigem bin ich nicht. Geld kann der Mitarbeiter für seine individuellen Wünsche einsetzen. Mit einer Ausnahme: Der Arbeitgeber kennt seinen Mitarbeiter bzw. seine Mitarbeiterin so genau, dass er z.B. von einem unerfüllten Wunsch weiß und diesen dann als Bonus erfüllt.

In unserer Arbeit legen wir besonderen Wert darauf, zu hinterfragen, welche Ziele mit den Anreizen verbunden werden. Zu welchem Zweck wird beispielsweise ein Gerätebonus gezahlt? Was verbindet der Arbeitgeber mit dem Teambonus, welchen Effekt erhofft er sich daraus?
Das gibt uns wieder Aufschluss, wie die Organisation funktioniert und welcher Typ Mitarbeiter passt. Es gibt aber auch Antworten in die Richtung, dass man das vorhandene System so von ein Bekannten übernommen hätte, weil es sich sinnvoll anhörte. In dem Fall hinterfragen wir die Zielsetzung des Arbeitgebers und entwickeln, sofern gewünscht, gemeinsam ein Anreizsystem.

Frage: Großes Interesse besteht bei folgender Frage: Gibt es ein Nord-Süd und Ost-West-Gefälle in den Gehältern?

André Lipka: Ein ganz eindeutiges Ja. Die Gehälter unterscheiden sich nicht nur gering, sondern es gibt ganz klar zu erkennende Unterschiede. Wobei es weniger ein Ost-West, sondern mehr Nord-Süd Unterschied ist. Besonders in den Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern gibt es in einigen Regionen Gehaltsspitzen, welche die Arbeitgeber an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit bringen. Es ist einfach der Druck des Arbeitnehmermarktes, welcher manche Arbeitgeber zu „Verzweiflungstaten“ führt. Nun kommt das Nachwuchsproblem in den Regionen noch ergänzend dazu. Nach Beendigung der Schule strömen die jungen Menschen in zumeist bekannte Berufe und nicht gerade in die Hörakustik.
Dazu kommt, dass dann dieser junge Mensch über eine enorme Distanz zur Berufsschule müsste und das dann über Wochen. Das schreckt einfach viel potentielle Azubis ab. Gerade bei der aktuellen Beschäftigungslage am gesamten Arbeitsmarkt und sinkenden Geburtenraten aus den vergangenen Jahren.

Frage: Kunden und gelegentlich Beweber fragen oft nach Empfehlungen für Arbeitgeber im Süden.

André Lipka: Nicht einfach und besonders nicht pauschal zu beantworten. Meine Empfehlung ins Blaue gesprochen: Genaue Analyse der lokalen Situation. Sprich, welche Mitbewerber gibt es, wie zufrieden sind die Mitarbeiter dort? Welche Bezahl- und Anreizsystem nutzen diese Arbeitgeber und sind die Mitarbeiter damit zufrieden? Wenn dann vermeintliches Arbeitnehmerpotenzial dort vor Ort ist, wäre es sinnvoll das eigene Angebot bzw. Stellenanzeige auf die erwarteten  Wünsche anpassen. Dies kann aber zu einer Verlagerung des Problems führen. Dann hat der Marktbegleiter vor Ort ein Mitarbeiterproblem. Bzw. noch ein ergänzendes. Der Mitarbeiter ist nicht nur weg, sondern fällt auch als Einstellungsoption aus.

Was strukturell und langfristig helfen kann, sind Maßnahmen wie den Beruf in Schulen vorstellen. In die Ausbildung und die Ausbildungsvergütung investieren. Das ist dann deutlich günstiger als der Gehaltskampf um fertige Meister und Gesellen. Die eigenen Arbeitsprozesse durchleuchten. Ist es ggf. günstiger den Hörakustiker von Verwaltungsaufgaben, Terminvergabe und Batterieverkauf zu befreien? Kann ich branchenfremde aus anderen Gesundheitsberufen anlernen und durch Schulungen qualifizieren. Um nur einige Maßnahmen zu benennen.
Außerhalb des eigenen Betriebes könnte man sich für einen weiteren Berufsschul- bzw. Akademiestandort einsetzen.

Frage: Immer öfter wird uns die Frage gestellt: Wie ist Deine Meinung zu Stellenangeboten mit „wahnsinnigen“ Gehältern?

André Lipka: Ein „wahnsinniges“ Hörakustik Gehalt ist ja erst einmal toll für den Arbeitnehmer. Jeder kann für sich einfach herausfinden bzw. sich die Frage stellen wie lange kann dieses Hörakustik Gehalt gezahlt werden und was bin ich bereit dafür zu tun? Ein langjähriger Mitarbeiter, in einer wirtschaftlich sehr starken Region, mit wenig Wettbewerb und einem hervorragenden Ruf kann sicherlich über Jahre auf ein „Wahnsinnsgehalt“ anwachsen.
Für jeden anderen dürfte es klar sein, dass ein Gehalt knapp an der Grenze zum wirtschaftlichen Unsinn immer eine Hypothek auf die eigene Leistungsfähigkeit in der Zukunft ist.

Frage: Allgemein und oft: Wie entwickeln sich die Gehälter in der Hörakustik?

André Lipka: Von stark steigend zu steigend. Wir merken in den Gehaltsmöglichkeiten eine Tendenz dahin, dass sich die Hörakustik Gehälter stabilisieren, weiter anwachsen, aber nicht mehr in dem Maße wie noch vor vier Jahren. Dies ist wohl auch bedingt durch die Absatzmöglichkeiten, die Verdichtung in den Absatzregionen und der Konzentration am Markt.

Frage: Lohnt sich manchmal der Wechsel, um sein Gehalt zu verbessern und ist die Gehaltsoptimierung ein guter Grund zu wechseln?

André Lipka: Das Gehalt, so ist meine Meinung, sollte nicht der primäre Grund für einen Stellenwechsel sein. Natürlich gibt es die Fälle, in denen ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter sein Gehalt nicht gönnt. Diese Fälle gibt es, sind aber selten. Manchmal ist es einfach so, dass der Azubi immer der Azubi bleibt. Auch wenn er mittlerweile Mitte bis Ende Zwanzig ist, viele Weiterbildungen gemacht hat und vielleicht auch Meister ist. Da fällt es einigen Arbeitgebern schwer, die neue Realität zu akzeptieren. Entsprechend wirkt sich das dann auch in einigen Fällen auf die Hörakustik Gehaltsverhandlung aus. Das ist auch nicht zwingend so, sondern einfach ein Wahrnehmungsproblem.
Wenn der Arbeitnehmer mit seinem Arbeitgeber das Gespräch sucht und es kein Weiterkommen gibt, dann ist der Wechselwunsch auch meistens da und unausweichlich. Jedoch zu wechseln, weil es zufällig in der Region ein „Wahnsinnsgehalt“ als Angebot gibt, ist nicht so ratsam. Es handelt sich lediglich um eine temporäre Situation. Erstens handelt es sich um eine Stelle und wie sind die zuvor benannten eigenen Fragen zu beantworten?

Wenn ich als Bewerber eine klare Vorstellung von meinem neuen Arbeitsumfeld habe und dies nicht bei meinem jetzigen Arbeitgeber abbilden kann und meine innere Kündigung schon erfolgt ist, dann kann man selbstverständlich auch an der Einkommensoptimierung arbeiten.

Frage: Auch diese Frage interessiert noch immer aktuell Bewerber und auch Kunden: Gibt es Gehaltsunterschiede bei Stammbelegschaften zu neuen Mitarbeitern?

André Lipka: Ja, gibt es durchaus. Gelegentlich hören wir davon. Dies führt zu allerlei erdenklichen Spannungen in den Betrieben. Wir raten davon dringend ab.

Frage: Gleichberechtigung bei der Bezahlung ist Kunden und Bewerbern wichtig: Wie sieht es bei den männlichen und weiblichen Arbeitnehmern aus, gibt es da Unterschiede in der Bezahlung?

André Lipka: Wir sehen keine Tendenz von unterschiedlicher Bezahlung. Ob bei unseren Kunden oder was wir von Arbeitnehmern anderer Unternehmen hören. Eigentlich eine tolle Situation, mit der auch stark für die Branche geworben werden könnte.

Frage: Wie würdest Du die Verdienstmöglichkeiten zusammenfassend beurteilen?

André Lipka: Die Hörakustik bietet, für einen Ausbildungsberuf, sehr gute Verdienstmöglichkeiten und eine langfristige Beschäftigungsperspektive, wenn denn die Hürde des Blockunterrichts, teilweise weit weg von Zuhause, auf sich genommen wird. Bei einem Wechsel Inhalte vor Gehalt prüfen. Macht es Spaß und bin ich mit dem Arbeitgeber erfolgreich, verdiene ich in der Regel auch unausweichlich gutes Geld.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Hörakustik Gehalt – seid ihr euer Situation zufrieden oder seht ihr Verbesserungsbedarf? Für ein unverbindliches Gespräch mit André Lipka zum Thema Gehalt meldet euch gerne über uns über das Kontaktformular oder unter 0251 590 65 690.

 

André Lipka ist der Geschäftsführer von HörakustikerJobs und begeistert sich besonders um das genaue Abstimmen von Bewerberwünschen mit Arbeitgebervorstellungen. Er bloggt über Themen wie Gehalt und Konfliktlösung am Arbeitsplatz. Seine Freizeit verbringt André am Liebsten mit seiner Familie, erweitert seine Star Wars Figurensammlung oder dreht eine Runde auf seinem Longboard.

 

Über HörakustikerJobs: Wir finden für Dich Deine Wunschstelle in Hörakustik und helfen Dir auch bei der Verhandlung des Gehalts. Kontaktiere uns oder schau Dir unsere vielen Hörakustik Stellenangebote an!

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